Bankrecht - Kapitalmarktrecht

Kapitalmarktrecht

Nach den Insolvenzanträgen der Future Business KGaA und der Prosavus AG am 13. November 2013 meldet auch die ecoConsort AG Insolvenz an. Damit weitet sich der Finanzskandal um Infinus weiter aus, bei dem die Staatsanwaltschaft Dresden gegen mehrere Infinus-Manager und Aufsichtsräte wegen Betrugsverdachts ermittelt.

Die ecoConsort AG sammelte Gelder der Anleger durch Orderschuldverschreibungen und nutzte diese für nachhaltige Investments. Bis Ende März 2013 sollen Anleger rund 28 Millionen Euro investiert haben. Durch die Insolvenz der ecoConsort AG könnte Anlegern nun der Totalverlust drohen.

Dennoch bestehen Chancen für betroffene Anleger:

Der Bundesgerichtshof stellt klare Grundregeln zur korrekten Finanzberatung auf. Die Beratung hat vollständig, korrekt und verständlich zu erfolgen, ansonsten können Schadensersatzansprüche gegen den Berater bzw. Vermittler geltend gemacht werden. Auch die Firma für die er auftritt wäre gegebenenfalls zum Schadensersatz verpflichtet.

Wer sich an der ecoConsort AG oder einer anderen Gesellschaft der Infinus-Gruppe beteiligt hat, sollte seinen Fall umgehend prüfen lassen. Die Rechtsanwaltskanzlei Strauch & Diehl vertritt Anleger gegen diverse Berater und Vermittler, welche die Beteiligungen an der ecoConsort AG empfohlen haben.

Kapitalmarktrecht

Kapitalmarkrecht

Landgericht Würzburg verurteilt unter dem 10.04.2014 einen Finanzberater wegen Schadensersatzes aufgrund einer Anlagenfalschberatung im Hinblick auf die „ALBIS Capital AG & Co. KG“.

Der Anleger beteiligte sich Mitte 2005 an der „ALBIS Capital AG & Co. KG“. Der Berater sicherte bei einer Anlagezeit von mindestens 10 Jahren eine Kapitalverdoppelung zu. Von der gezeichneten Anlagesumme sollen jährlich 10 % wieder angelegt werden. Daraufhin unterzeichnete der Anleger die Beteiligung an der „ALBIS Capital AG & Co. KG“.

Durch ein Rundschreiben 2012 erfuhr der Anleger von den Liquidationsproblemen der „ALBIS Capital AG & Co. KG“. Auch die Möglichkeit des Totalverlustes und das Zustandekommen weiterer Kosten wurden dem Anleger erst durch das Schreiben bekannt. Daraufhin klagte er, vertreten durch die Kanzlei Strauch & Diehl,  vor dem Landgericht Würzburg gegen den Berater.

Das Landgericht kam durch die Beweisaufnahme auf folgendes Ergebnis:

Mögliche Verluste, bis hin zu einem Totalverlustrisiko, wurden nicht hinreichend dargelegt. Unstreitig fand auch keine Aufklärung hinsichtlich der Nachschusspflichten statt. Der Prospekt wurde dem Anleger erst nach der Zeichnung ausgehändigt. Der Berater hatte  seine Pflicht zur anleger- und objektgerechten Beratung verletzt. Er konnte dem Gericht nicht substantiiert schildern, wie seine Beratung im Einzelfall ausgesehen hat. Die Klage aufgrund der Falschberatung war begründet. Der Berater wurde verurteilt Schadensersatz zu leisten.

Das Landgericht Würzburg folgte damit dem Bundesgerichtshof. Dieser vertritt seit Jahren die Auffassung, dass Finanzberater sich in Schadensersatzprozessen nicht einfach darauf zurückziehen können, den klägerischen Vortrag zu bestreiten. Vielmehr haben Finanzberater die Pflicht, den Inhalt ihrer Beratung vor Gericht darzustellen. Andernfalls laufen sie Gefahr den Prozess zu verlieren.

Landgericht Bochum weist Klage der ALAG zurück!

Bankrecht - KapitalmarktrechtDas Landgericht Bochum hat  unter dem  10.04.2014 eine Klage der „ALAG Auto-Mobil GmbH & Co. KG“ auf Rückzahlung von erhaltenen Ausschüttungen gegen eine Anlegerin abgewiesen.

Die Anlegerin, vertreten durch die Kanzlei Strauch & Diehl, beteiligte sich 2002 und 2004 am Leasingfonds „ALAG“. Dieser wurde von dem Emissionshaus „Rothmann & Cie AG“ emittiert. Der Vermittler versprach der Anlegerin jährliche Zinsen in Höhe von 10 % des angelegten Geldes und eine Verdoppelung des eingesetzten Kapitals. Die Anlegerin unterzeichnete die Beteiligung an der „ALAG“. Dabei handelte es sich um eine höchst risikoreiche Geldanlage.

Die „ALAG“ informierte im Sommer 2009 eine Vielzahl der Anleger über die Insolvenz.  Die Anleger verloren nicht nur ihr eingesetztes Kapital, sondern sollten auch die ohnehin niedrigen Ausschüttungen an die Gesellschaft zurückzahlen. Auch die Anlegerin wurde dazu aufgefordert. Diese weigerte sich. Dagegen klagte die „ALAG“ vor dem Landgericht Bochum.

Der Bochumer Richter beurteilte die geforderten Rückzahlungen als treuwidrig. Die Klage der „ALAG“ hatte keinen Erfolg. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Kapitalmarktrecht

Bankrecht - KapitalmarktrechtOberlandesgericht Bamberg verurteilt Vermittler einer „SAMIV-Beteiligung“ zur Leistung von Schadensersatz.

Das Oberlandesgericht Bamberg hat einen Vermittler aus dem Raum Aschaffenburg  zum Schadensersatz verurteilt. Dieser hatte der Klägerin, vertreten durch die Kanzlei Strauch & Diehl,   eine sog. SAMIV-Beteiligung, „Schweizer Anlagenmanagement für Internationale Vermögenswerte AG“,  verkauft. Dabei hatte der Vermittler die Risiken verharmlost und zur Überzeugung des Gerichts behauptet, die Geldanlage sei so sicher wie ein Konto bei der Sparkasse. Die SAMIV-AG war eine dubiose Gesellschaft, die Schweizerischem Recht unterlag. Nachdem eine Vielzahl von Anlegern Millionen von Euro investiert hatte, wurde in der Schweiz im Jahre 2011 das Konkursverfahren über das Vermögen der Gesellschaft eröffnet.

Die Klägerin hatte in erster Instanz lediglich zu 50 % Recht bekommen. Das Landgericht Aschaffenburg hatte der Klägerin ein Mitverschulden in Höhe von 50 % zugewiesen. Dies sei der Tatsache geschuldet – so das Landgericht Aschaffenburg – dass die Klägerin hätte erkennen können, dass es sich dabei um eine risikoreiche Geldanlage handelt. Der Beklagte wurde nur zur Hälfte der Schadenssumme verurteilt.

Nachdem die Klägerin und der beklagte Vermittler Berufung gegen das Urteil eingelegt hatte, verkündete das Oberlandesgericht  Bamberg am 22.08.2013 das rechtskräftige Endurteil. Die Klägerin hatte mit ihrer Berufung Erfolg; die Berufung des Vermittlers wurde zurückgewiesen. Die Revision wurde nicht zugelassen. Der Vermittler wurde damit in vollem Umfang zur  Leistung von Schadensersatz verurteilt.

In der Begründung führte das OLG Bamberg u.a. aus:

„Nach höchstrichterlicher Rechtsprechung gilt für den Anlageberater (ebenso wie für den Anlagevermittler) als im Pflichtenkanon enthaltenes Minimum, dass dem Vertragspartner eine richtige, vollständige und verständliche Information über die wesentlichen Eigenschaften und Risiken der Anlage zu erteilen ist. Den Anlageinteressenten trifft die Beweislast für eine Verletzung dieser Pflicht. Behauptet er allerdings eine Pflichtverletzung, etwa insoweit, als er nicht über das Risiko des Totalverlusts oder die mangelnde Fungibilität der Anlage aufgeklärt worden sei, so werden die Schwierigkeiten eines Negativbeweises dadurch ausgeglichen, dass zunächst der Auskunftspflichtige gehalten ist, dies substantiiert zu bestreiten und darzulegen, in welcher Weise er seinen Pflichten im Einzelnen nachgekommen ist (sog. sekundäre Darlegungslast). … die hier zusammengefassten – Ausführungen des Beklagten genügen den Anforderungen an die sekundäre Darlegungslast nicht.“

Damit postuliert das OLG Bamberg einen wichtigen und in den unteren Instanzen oft ignorierten Grundsatz:

Ein Vermittler oder Berater kann nicht einfach eine Falschberatung abstreiten. Er muss in einem  Gerichtsverfahren eine substantiierte Gegendarstellung des Beratungsgesprächs bringen. Andernfalls verliert er. Das von der Kanzlei Strauch & Diehl erstrittene Urteil trägt das Aktenzeichen: 1 U 5/13.